Fußball essen? Ist doch lecker!

Im Projekt „Gemeinsam Boden gewinnen“ tauschen sich Jugendliche bei gemeinsamen Aktionen über Themen wie Klimawandel, Natur und Bodenkultur aus. Für diesen Blog berichtet Eva Winkelhofer vom Landesbund für Vogelschutz über ihre persönlichen Erfahrungen beim Workshop.

Der Fußball-ähnliche Sellerie kam kurzerhand in die Gemüsesuppe. Foto: LBV München.

Geschichten am Lagerfeuer: Die Zeit verging schneller als gedacht. Foto: LBV München.

Stockbrot gut vorgewärmt: Die Jugendliche tauschten sich über verschiedene Zubereitungsmöglichkeiten aus. Foto: LBV München.

Durch die Holzschilder werden die gepflanzten Kartoffeln schnell wiedererkennbar. Foto: LBV München.

Ein kleines bisschen nervös war ich schon, als wir uns morgens auf den Weg zur Unterkunft der jungen Männer machten. Wie würden sie auf unseren Workshop reagieren? Würde es ihnen Spaß machen? Hatten sie überhaupt Lust bei so einem nass-kalten Wetter den Tag draußen zu verbringen?

Meine Bedenken waren jedoch völlig unbegründet. Wir wurden sehr nett aufgenommen, das Interesse an uns und unseren Plänen für den Tag war groß. Deswegen ging es dann auch gleich los. Am Vormittag legten wir gemeinsam einen kleinen Garten an, den wir „Future Garden“ tauften. Dort pflanzten wir dann verschiedene Kartoffelsorten an, jedoch natürlich nicht ohne diese davor durchzuprobieren. Dabei hat besonders die Süßkartoffel – auch mein persönlicher Favorit – alle begeistert. „Das ist doch Kürbis, das kenne ich von zuhause“ meinten einige verwundert und freuten sich schon, im Herbst eigene Süßkartoffeln zu ernten.
Dann begann der ‚anstrengende‘ Teil – Reissäcke mit Erde befüllen, darin die Bodenfrüchte  vergraben und am Schluss noch Holzschildchen für die Beschriftung bauen. Das Nieselwetter hat uns dabei nicht abgehalten, beim Werkeln ist sowieso allen ordentlich warm geworden. Langsam nahm unser „Future Garden“ Form an, wir alle waren mächtig stolz. Und da kam auch endlich die Sonne ein bisschen raus.

Nach einer kleinen Pause ging es dann zum kulinarischen Teil über – Gemüsesuppe über dem Lagerfeuer. Die Vorbereitung von Karotte, Lauch, Zucchini und Kartoffeln war bei so vielen helfenden Händen schnell erledigt. Aber „was ist denn das, sieht aus wie ein Fußball!“. Der Sellerie löste bei den jungen Männern Skepsis aus. „Das sollen wir essen?“ – geschmeckt hat’s jedoch später allen.

Während die Suppe über dem Feuer vor sich hin köchelte, vertrieben wir uns die Zeit mit dem Backen von Stockbrot. Zwei der jungen Männer zeigten uns, wie man das Brot auch anders zubereiten konnte. Sie wickelten den Teig um einen zuvor im Feuer erhitzten Stein, den sie dann wieder zurücklegten, damit das Brot fertig backen konnte. So wurde es richtig schön knusprig und super lecker, alle waren sehr beeindruckt.

Wir genossen es am Feuer zu sitzen, Suppe zu schlürfen, Brot zu knabbern und Geschichten auszutauschen. Dabei merkten wir gar nicht, wie die Zeit verging. Obwohl der Workshop bereits geendet hatte, blieben wir einfach noch länger zusammen sitzen, keiner wollte so richtig gehen. Irgendwann mussten wir dann jedoch aufbrechen. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen wirklich gelungenen Tag. Wir alle freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn wir wieder gemeinsam ein weiteres Stückchen Boden erobern.

Text: Eva Winkelhofer
Mehr zum Projekt „Gemeinsam Boden gewinnen“ des LBV München gibt es hier.

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