Zukunftsorientierte Kinderbetreuung rund um ein Indianertipi

Seit 2015 unterstützt die naturindianer-kids gUG in Kooperation mit der Caritas die Kinderbetreuung in einer Gemeinschaftsunterkunft in München Daglfing in den Schwerpunkten Gartenbau, Kochen und Musik.

Kochen im Tipi. Foto: naturindianer-kids gUG

Musizieren im Freien. Foto: naturindianer-kids gUG

Auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft an der Max-Proebstl-Straße wurde als interkulturelle Versammlungsstätte ein Indianertipi/-zelt aufgebaut, in dem und um das herum die Kinder der Unterkunft und ihre Familien (meist die Mütter) Gemüse anbauen, spielen und musizieren. Sie tauschen sich aus, auch über Sorgen und Ängste, und lernen nebenbei vieles über die deutsche und bayerische Kultur. Ein Sprachkurs vervollständigt das Integrationsprojekt, welches finanziell durch die Stadt München unterstützt wird.


Indianertipi als Versammlungsstätte und Ort der Begegnung
Die Idee, ein Indianertipi auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft zu errichten, hatten bereits Ende 2014 Schüler einer Klasse der Agilofingerschule, die selbst gerne in dem Tipi auf ihrem Schulhof spielten. Mit der Unterstützung der Klassenlehrerin und schließlich auch des Münchener Oberbürgermeisters näherten sich die Kinder ihrer Idee und die naturindianer-kids gUG verwirklichte sie im April 2015. Das Indianertipi erhielt einen Holzboden, so dass auch die in der Unterkunft lebenden Kleinkinder auf dem Boden spielen können.


Seitdem kommen dreimal in der Woche NaturpädagogInnen der naturindianer-kids gUG in die Unterkunft und bieten verschiedene Aktivitäten als offenen Programmpunkt an: Anlegen und Pflege von Hochbeeten, Spiele, Singen, Kochen und auch Deutsch-Sprachkurse. Umweltbildungsthemen fließen hier mit ein, bilden aber noch keine eigenen Programmpunkte. Die Teilnehmenden können z.B. beim vegetarischen Kochen ihren Fleischkonsum hinterfragen, beim Anlegen der Hochbeete heimische Pflanzen kennenlernen oder beim Müllsortieren etwas über Recycling und Abfallvermeidung lernen. So sind bspw. Radieschen in der Unterkunft mittlerweile sehr beliebt. Um beim Kochen auch den kulturellen Austausch anzuregen, entwickelt die naturindianer-kids gUG gerade ein zweisprachiges Rezept- und Liederbuch, das sowohl deutsche als auch Gerichte und Lieder aus den Herkunftsländern der BewohnerInnen beinhaltet.


Seitdem in direkter Nachbarschaft der Gemeinschaftsunterkunft noch zwei Notunterkünfte errichtet wurden, kommen noch mehr Kinder, teilweise mit ihren Müttern, zu den Aktivitäten. Insbesondere samstags, wenn die Kinder keine Schule haben oder nicht in den Hort gehen, ist die Nachfrage sehr groß. Um auch während der Schulferien eine Betreuung anbieten zu können, sind die NaturpädagogInnen der naturindianer-kids gUG während dieser Zeit täglich vor Ort.


Die Einbindung der Eltern schafft Vertrauen
Zu Beginn des Projekts war es insbesondere bei schlechtem Wetter eine Herausforderung die Kinder für Aktivitäten im Freien zu gewinnen bzw. die Erlaubnis der Eltern zu bekommen. Daran konnten auch Spenden von Gummistiefeln und Regenkleidung nicht viel ändern. Doch als die Eltern mit zu den Aktivitäten kamen und Vertrauen fassten, erkannten sie die Bereicherung. Um die Eltern auch weiterhin mit einzubinden, finden mehrmals im Jahr Feste statt, an denen gemeinsam gekocht, gesungen und getanzt wird. Auch einige SchülerInnen der Agilofingerschule kamen zum letzten Fest.
Bisweilen wurde die Arbeit durch unterschiedliche Zuständigkeiten der beteiligten Akteure, die in Verbindung mit der Unterkunft stehen, erschwert, doch die positive Wirkung der Angebote zeigt sich nicht zuletzt in der Resonanz der Teilnehmenden: Sie schätzen die Aktivitäten, kommen gerne wieder und fühlen sich für die Beete und das Tipi verantwortlich. Sie kommen in Kontakt mit der neuen Kultur und mit anderen Kindern und entwickeln ein Verständnis für den Gartenbau und Ernährung. So entstehen entspannte und unkomplizierte Momente, während derer die Teilnehmenden zumindest zeitweilig ihre Sorgen und Ängste vergessen können, die Herkunft in den Hintergrund tritt und alle gleich sind.


Aufbauend auf dem entgegengebrachten Vertrauen und der regelmäßigen Teilnahme der Kinder und ihren Eltern kann das Projekt stückweise durch Inhalte und Aktivitäten mit Natur- und Umweltbezug erweitert werden.

 


Institution und Infos:
naturindianer-kids gUG
Ursula Helfrich
Milchstraße 13
81667 München
Tel.: 089 67971508
E-Mail: service@naturindianer.de
www.naturindianer-kids.de 

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