Die meisten Menschen flüchten aus umwelt- und klimabedingten Gründen

Cord Jakobeit, Politikwissenschaftler Universität Hamburg, spricht über klimabedingte Flucht in der Tagesschau.

„Die Anzahl der Menschen, die aufgrund von umwelt- und klimabedingten Katastrophen ihre Heimat verlassen, war 2015 doppelt so hoch war, wie die Zahl derjenigen, die durch Kriege und Gewalt fliehen“, sagt Cord Jakobeit, Politikwissenschaftler an der Universität Hamburg.


In Deutschland sehe man vor allem die Flüchtlinge aus Syrien und ähnlichen Kriegsgebieten. Das müsse aber in Perspektive rücken: „Wenn man sich das global ansieht, ist es in der Tat sehr viel dramatischer, dass umwelt- und klimabedingte Gründe Menschen zur Flucht bewegen.“ Das geschehe im Wesentlichen innerhalb der eigenen Landesgrenzen, so dass die Folgen dieser Migrationsbewegungen vor allem im globalen Süden – von den Entwicklungsländern – getragen werden müssen.


Am meisten betroffen seien Pazifik, Ostasien. Die pazifischen Inselstaaten wenige Meter über dem Meer sind vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Große Katastrophen gibt es in Bangladesch und den Philippinen.


Klimaflüchtlinge verlassen meist die Küstenregionen Richtung Hinterland, ein Großteil geht in die Städte, so dass Slums im Umfeld der Metropolen zunehmen. Die Rückkehr gelingt in vielen Fällen nicht, so dass die Binnenmigration zunimmt.


Politiker aller Länder sollten sich solidarisieren, als Weltgemeinschaft an den Klimazielen festhalten. Der Ausstieg Donald Trumps aus den Pariser Klimaverträgen habe eine solche Welle der Solidarisierung ausgelöst, was Hoffnung gibt, dass der einmal beschrittene Weg fortgeführt wird.


Das Interview zum Ansehen:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-294629.html

Hintergründe zum Thema gibt es auch im „Atlas der Globalisierung“ des oekom Verlags sowie bei den Materialien – Hintergründe.