Energiespardorf

Wie vermittelt man große Themen wie die Energiewende? Die Berufsschule Mindelheim unterrichtet seit Dezember 2013 berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge (BAF) zu den Zusammenhängen von Energieversorgung und -verbrauch.

Asylbewerber und Flüchtlinge mit Herrn Ramerth (Fachlehrer Elektro) bei der Vorbereitung der Verkabelung. Alle Fotos: Berufsschule Mindelheim

Vorbereitung der Holztafeln, auf denen die Energiespardörfer aufgebaut werden können.

Schüler bei der Einführung in das Projekt (zusammen mit Herrn Peter Satzger vom Bund Naturschutz).

Stromerzeugung durch Muskelkraft.

Peter Satzger erklärt das „Energiespardorf“.

Die Schüler dürfen selbst ausprobieren.

Die Schüler schließen verschiedene „Stromfresser“ an und überprüfen den Verbrauch.

Im Jahr 2013 lud der Umweltbeauftragte Karl Geller interessierte Fachlehrer ein, sich über ein bereits vorhandenes Energiespardorf in Wartaweil zu informieren. Dabei entstand die Idee, ein Energiespardorf für die Berufsschule Mindelheim nachzubauen, das allen Schulen in der Umgebung für Demonstrationszwecke zur Verfügung gestellt werden kann.

In der Berufsschule Mindelheim gibt es seit 2013 eigene Klassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge (BAF). Sie erhalten Unterricht in theoretischen Themen wie Umweltschutz, aber auch praktische Lerneinheiten in den Bereichen Holz, Metall und Elektro. Daher bot sich das Projekt „Energiespardorf“ sehr gut an, um den Umweltgedanken auch an diese Schüler weiterzutragen.

So realisieren BAF-Schüler ein Projekt, das der Allgemeinheit zu Gute kommt: sie bauen ein Energiespardorf nach und verbessern es dabei noch. An der Planung und Umsetzung beteiligen sich fächerübergreifend auch die Lehrkräfte in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Ethik.

Die Ziele des Projekts sind:

  • Für die Notwendigkeit eines abgestimmten Handelns beim Energiesparen sensibilisieren
  • Engagement wecken und fördern
  • Vorbehalte gegenüber Naturwissenschaften abbauen und Begeisterung für Forschung und Technik wecken


Umsetzung und technische Ausführung:
Im Mittelpunkt des Konzeptes steht das selbstständige Erforschen von Energiethemen und deren Zusammenspiel im Umfeld einer Gemeinde.
Auf einem modular aufgebauten Brett werden unterschiedliche Modellhäuser mit Niedrigspannung (12V) versorgt. Je nachdem, welche Stromverbraucher die Schüler für den Einbau auswählen, wirkt sich diese Entscheidung auf den gesamten Stromverbrauch des Dorfes aus. Für die Energieversorgung stehen mehrere große oder kleine Produktionseinheiten zur Verfügung, z.B. Großkraftwerke, Biogas, Photovoltaik oder Windenergie. Strahler simulieren die Versorgung mit Wind und Sonne und machen sie so direkt erfahrbar. Visualisierungen machen die Auswirkungen der Stromerzeugung deutlich gemacht. Mit dem Modell lassen sich auch Klimaveränderungen durch unterschiedliche Methoden in der Landwirtschaft oder durch Verhaltensänderungen aufzeigen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bildungseinrichtung Wissen zur Energiewende auf kreative Weise an ihre Schüler vermittelt. Die Mindelheimer Berufsschule gewann 2016 für ihren Energieeffizienzkurs den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung – die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtete.


Institution und Infos:

Berufsschule Mindelheim
Wolfgang Ramerth
Westernacher Str. 5
87719 Mindelheim
Tel.: 08261 76200
E-Mail: wolfgang.ramerth@bsmn.de
www.bsmn.de 

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